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CURRICULUM VITAE

2000 bis 2002

Alles begann mit einer Assimilation. Ja, ich wurde assimiliert. Im Jahr 2000 war ich Mitglied eines Star Trek-Vereins. Ein paar Leuten machten parallel Mittelalter. So brachte Michael einmal zu einem Treffen Schwerter aus Tschechien mit. Schließlich fragte man mich, ob ich nicht auch mal Lust hätte, mitzukommen. Prizipiell schon. Wer zieht nicht gern schöne Kleider an und stolziert als Prinzessin herum? Nur das mit dem in einem Zelt schlafen war mir suspekt. Ihr merkt, ich hatte damals keine Ahnung von dem Hobby. Ich machte gerade Abi und hatte kein Geld für den Eintritt. Denn mein erster Markt war ein Hiller-Markt in Lich. Und Hiller war damals schon teuer. Also stülpte mir Michael die Gästegewandung über den Kopf und assimilierte mich kurzerhand! Und ich bereue nicht, dass ich nun zum Kollektiv gehöre.

So begann meine erste Mittelalter-Saison. Damals noch mit den üblichen Problemen: keine Ausrüstung, kein Geld, kein Zelt und keine Kontakte. Aber das kam. Irgendwie. Zunächst war ich in einer Hochmittelalter-Gruppe. Also war es für mich keine Frage, es musste Homi sein. Aber bereits hier kristallisierte sich heraus, dass ich Brettchenweben machen wollte.




2003

Ende 2002 machte ich mich als Darstellerin selbstständig. Ohne Zelt, ohne Gruppe. Aber mittlerweile mit vielen Kontakten. Und so war ein Unterkommen auf diversen Märkten in der Saison 2003 kein Problem. Aber ein anderes Problem hatte ich entdeckt, nachdem ich Anfang der Saison auch noch Handspinnen gelernt hatte: Nämlich, dass ich so viel Handwerk machte, dass mein Zimmer vor lauter Brettchengeweben und Wolle überquoll. So entstand die Hausiererin. Außerdem begann ich mich für die Geschichte der Beginen zu interessieren, was natürlich hervorragend zu einer Hausiererin passte.




2004

2004 war es dann so weit. Ich bestellte Zeltstoff bei einem Mitstudenten und Wiki und nähte mein Zelt! Okay, die Leute in der Universität haben ziemlich komisch geguckt, als ich den breiten Flur zum Zuschneiden nutzte – wie ich da ab 18 Uhr mit Kreide und Schere bewaffnet auf dem Boden rumrutschte. Aber nach knapp drei Tagen Arbeit war mein kleines Zelt fast fertig (Danke, Papa, fürs Gestängebauen!). Der Probeaufbau erfolgte im heimischen Garten und ich erlebte auch gleich meinen ersten Dichte-Test. Es kam ein fürchterliches Gewitter runter. Und ich saß in meinem kleinen Zelt und wartete ab und guckte, ob es irgendwo durchtropfte. Das Ergebnis: Mein Zelt war dicht! Es folgte der erste Aufbau auf Burg Herzberg. Jetzt war ich endlich völlig autark!

Im diesem Jahr gingen aber noch weitere Veränderung mit mir vor. Da kam zu einem die Darstellung einer Perserin hinzu. Außerdem begannen meine Neuseeland-Pläne Form anzunehmen. Und ich flog dann auch Ende 2004 einmal um die halbe Welt und wieder zurück.




 

2005

Nach sechsmonatiger Abwesenheit reiste ich 2005 aus Neuseeland zurück. 2 kg Wolle und ein halbes Spinnrad im Koffer, nicht zu vergessen die vier Brettchengewebe. So kam ich nach Freienfels und brach mit 16.000 km alle Anreiserekorde.

Eigentlich hätte das Leben jetzt so schön weitergehen können. Ich baute die Perserin und meine Homi-Klamotten weiter aus und ging brav hausieren.




2006 bis jetzt

Doch im Jahr 2006 bekam ich zum Geburtstag zwei Wiki-Perlen von Ginnar geschenkt. Da musste ich mir doch zu diesem Schmuck die passende Gewandung machen, oder? Der Rest ist schnell erzählt. Anfang September hatte ich meine erste Wikinger-Gewandung und ich fühle mich seither pudelwohl darin. Jetzt in 2007 habe ich eine solide Wikingerin-Darstellung, mittlerweile nicht mehr mein kleines Zelt, sondern schlafe in seinem großen Bruder. Ich habe nicht nur einen Faible für Glasperlen entdeckt, sondern auch den für den Glasperlenmacher. Deshalb bin ich jetzt auch oft hinter dem Stand des Glasperlenmachers zu sehen.

Ich bin schon gespannt, was 2008 folgt. Wenn mir einer Nestelspitzen schenkt, mache ich dann Spämi?




 

2009 - wie geht es weiter?

Nun, in meiner Mittelalter-Karriere ist soweit nichts passiert. Wenig neue Ausrüstung ist dazu gekommen. Ich bin bei "Wiki" geblieben. Trotz des Geschenkes von TomTom: Eine Schachtel mit Nestelspitzen!

Jedoch hat sich persönlich viel getan. Ich hatte ja 2006 einen Glasperlenmacher-Faible entdeckt. Daran hat sich prinzipiell nichts geändert. Ich bin immer noch in ihn verliebt. Aber jetzt sind wir verheiratet. Geheiratet haben wir jedoch nicht mittelalterlich, sondern klassisch kirchlich in Weiß. Wer also dieses Saison nach unserem Zelt sucht, sollte nach einem roten Herz mit den Worten "Just married" am Zelteingang Ausschau halten.




 
 

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