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FIKTIVER LEBENSLAUF |
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Claudine de Marne - Ein fiktiver Lebenslauf
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Claudine de Marne wird im Juni des Jahres 1191 als zweite Tochter des Grafen von Châlons-sur-Marne in der Champagne geboren. Sie wächst in Châlons am heimischen Hof auf, wo sie Lesen und Schreiben, sowie die typischen Frauenarbeiten wie Wollverarbeitung (Waschen, Färben, Kardieren, Kämmen, Spinnen), Lein- und Brettchenweberei erlernt. Im Alter von 13 Jahren wird sie mit Jean, Sohn des Grafen von Sarrebourg, in die Nähe von Straßburg verheiratet. Er selbst ist damals gerade 17 Jahre alt. Jedoch regiert er bereits seit dem Sommer 1203 an der Seite seiner Mutter die Grafschaft. Durch die Heirat mit Claudine bekommt Jean den Graftitel und damit die volle Macht über die Grafschaft. Die Ehe trägt rasch Früchte, der erste Sohn wird im zweiten Ehejahr geboren. Claudines Mann stirbt früh während einer Keilerjagd in den Wäldern de Donons im Herbst 1207. Zu diesem Zeitpunkt ist Claudine wieder schwanger. Die kleine Tochter kommt durch die Trauer um den verstorbenen Ehemann viel zu früh zur Welt. Das Kind überlebt seine ersten Tage auf Erden nicht. Um einer zweiten Heirat mit Jeans Vetters, der damit die Grafschaft übernehmen würde, zu entgehen, entschließt sich die damals 16jährige Claudine ihr Heil in Gott zu suchen und Begine zu werden. Dazu inspiriert hatte sie der mehrmalige Besuch einer schweifenden Begine aus Straßburg, mit der sich die junge Gräfin viel über Glauben und Gott ausgetauscht hatte. Sie schließt sich in Straßburg offiziell dem dortigen Beginen-Konvent an. Dieser Entschluss wird zunächst von ihrer angeheirateten Verwandtschaft toleriert, so dass Claudine drei weitere Jahre in Sarrebourg bleiben kann. Sie reist in dieser Zeit regelmäßig nach Straßburg, um mit den dort ansässigen Beginen zu beten.
Als ihr Sohn ins Knappenalter kommt, und ihre Schwiegermutter ihn zum Nachfolger Jeans erklären lässt, entscheidet sich Claudine Hof und Familie zu verlassen und als vagabundierende Begine ihre Dienste als Weberin an verschiedenen Höfen anzubieten. Auf ihrer Reise wird sie von verschiedenen Beginenhöfen und Klöstern aufgenommen. In Köln bleibt die junge Frau im Winter 1212/13 in einem Hof und denkt daran, sich dem Hof dauerhaft anzuschließen. Als der Frühling kommt, fühlt Claudine, dass sie Gott nur durch den harten Weg der Wanderschaft finden kann. So verlässt sie im März 1213 mit anderen deutschen Beginen den Hof. Der gemeinsame Weg führt die kleine Reisegemeinschaft zu den unterschiedlichen Fürstentümern und Grafschaften. Sie erweisen Herren wie den Fürsten zu Ysenburg, den Grafen Heinrich und Marquard von Solms sowie deren von Romrod zu Hirzberg ihren Dienst.
Im Jahr 1219 – nach fast sieben Jahren der Wanderschaft – erreicht Claudine de Marne die kleine Stadt Gießen an der Lahn die dortige Wasserburg. Graf Wilhelm von Tübingen und Gießen nimmt sie in seinen Dienst. Claudine bleibt als einzige der Beginengruppe in der Wasserburg. Neben ihren Aufgaben in der Burg – wie die Ausbildung der jungen Damen in Lesen und Schreiben, den handwerklichen Tätigen und die Pflege der Kranken – beginnt sie, sich um die Armen der kleinen Stadt zu kümmern. Der Graf sieht allerdings in Claudine eine gute Partie für seinen Brüder Rudolf II, Pfalzgraf von Schwaben, dessen Frau 1222 bei der Geburt ihres sechsten Kindes stirbt. Obgleich Begine, hat Claudine einen Grafentitel sowie Ländereien. Beginen können jederzeit aus der Gemeinschaft aussteigen und heiraten, sofern sie das wünschen. Das gilt auch für Claudine, die ihre Ansprüche auf Titel und Land auch Begine behalten hat. Claudine ist jedoch nicht gewillt, ihr Keuschheitsgelübde zu brachen. Sie ist zu sehr in Gott verwurzelt. Bereits in ihrer Zeit in Gießen hatte sie engen Kontakt zum Kloster Cella am Fuße des Schiffenbergs geknüpft. Hier lernte Claudine von den Nonnen und fand Möglichkeiten zu Studium. Als Wilhelm sie bedrängt, in die Heirat einzuwilligen, nimmt Claudine endgültig den Schleier und tritt in das Kloster Cella ein. Sie schließt sich damit den Augustiner-Chorfrauen für immer an. Sie nimmt den Namen Schwester Christine an. Ihre Besitzungen gehen zunächst an das Kloster, werden jedoch bald an den Herzog von Burgund verkauft. Nach fast 25 Jahren des Lebens in der Klostergemeinschaft stirbt Claudine im Oktober 1248.
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Historischer Kontext
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Die Person Claudine de Marne ist fiktiv. Jedoch ist sie in einen historischen Kontext eingebunden.
Im 12. und 13. Jahrhundert gab es einen Grafen in Châlons, der dem Herzog von Burgund diente. Wie viel Töchter er hatte und welche Heiratspolitik er betrieb, konnte ich jedoch nicht in Erfahrung bringen.
Von der Stadt Sarrebourg weiß man sicher, dass Graf Jean d’Apremont Mitte des 13. Jahrhunderts eine Bastion um die Stadt errichten ließ. Über die Zeit davor ist urkundlich nichts bekannt. Es gilt jedoch als archäologisch sicher, dass die Grafen bereits vorher in der Stadt ansässig waren.
In Straßburg setzte mit Beginn des 13. Jahrhunderts die Beginenbewegung ein. Auch sind Beginen auf Wanderschaft in Frankreich, Belgien und Deutschland sicher für diesen Zeitraum belegt. In Köln gab es bereits erste große Beginenhöfe. Auch die Herren von Gießen und dessen Bruder sind bekannt und urkundlich zurückzuverfolgen. Reine Fantasie ist jedoch der Heiratsplan von Wilhelm von Tübingen und Gießen.
Das Kloster Cella am Fuß des Schiffenbergs geriet nach seiner Auflösung im 15. Jahrhundert schnell in Vergessenheit. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass dessen Herren, die Ritter vom Deutschen Orden vom Schiffenberg, das Kloster nach seiner Schließung niederbrannten. Die meisten Zeugnisse aus der Zeit seines Bestehens wurden dabei wohl vernichtet. Es ist deshalb nicht klar, ob es dort jemals eine Schwester Christine gegeben hat. Teile der Mauern und der Friedhof sind heute jedoch immer noch in der Landschaft zu erkennen.
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