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 DARSTELLUNGEN
Wikingerin
Hochmittelalter
Perserin

TRACHT AUS MÄLARENREGION

8.-10. Jahrhundert

Mit dieser Darstellung hat mein Wechsel zur Wikingerzeit begonnen. Wie in meinem Curriculum Vitae erwähnt, schenke mir Ginnar 2006 zwei Perlen der Wikingerzeit zu meinem Geburtstag. Da Birka wohl der bekannteste Siedlungsort der Wikinger ist, war es für mich keine Frage, dass ich eine Darstellung entsprechend der Funde aus der Mälarenregion (Abb. 5) machen wollte.




 

Abb. 5: Übersichtskarte der Mälarenregion 




 

Da es nur wenig bildliche Darstellungen der Wikinger gibt, diente mir als Vorlage für das Nähen meiner leichten Gewandung eine Walkürendarstellung aus dem Bootsgräberfeld in Tuna, Uppland. (Abb. 6)




 

Abb. 6: Figürliche Darstellung einer Walküre (T.J. Arne: Das Bootsgräberfeld von Tuna in Alsike, 1934)

 

Die Walküre trägt ein weites, gefälteltes Gewand mit zwei Borten, eine kurz über dem Saum, die zweite knapp unter Kniehöhe. Für die Borten wurde ein rautenförmiges Muster eingeritzt. Als Brettchenweberin wählte ich eine brettchengewebte Borte mit komplexem Muster in einer schmalen und einer breiten Variante (Abb. 7). Der Stoff ist ein dunkelblau/violetter Leinstoff (Abb. 8). Zusätzlich versah ich die Ärmel mit der breiten Borten-Variante. Obwohl die Vorlage auf ein Kleid mit Schleppe schließen lässt, entschied ich mich für ein knapp bodenlanges Gewand. Kleider mit Schleppe erweisen sich im täglichen Umgang auf Märkten bei Regen, Matsch und Schotter als unpraktisch.




 

Abb. 8: Leichte Sommergewandung mit zwei Borten - Archeon, 2007

 

Abb. 7: Schmale und breite Leinenborte im Detail 




 

Für die Schürze wählte ich ein Gemisch aus Seide und Leinen. Es handelt sich um eine „Läppchen-Schürze“, deren Vorder- und Rückteil durch eine kurze Schnürung an der Seite zusammengehalten wird (Abb. 9). Auch wenn die „Läppchen-Schürze“ als umstritten gilt, so erscheint mir dies bei Betrachtung weiterer Walküren-Darstellungen, z.B. zweite von rechts, als durchaus vertretbar (Abb. 10).




 

Abb. 9: Tracht aus der Mälarenregion

 

Abb. 10: Bildliche Darstellung von Walküren - Funde aus Tuna und Öland




 

Ich bestickte die Schürze mit Seidengarn mit Varianten eines Schlangenmusters in Anlehnung an ein geschnitztes Pferdegeschirr aus Viborg, Dänemark im Jelling-Stil. Die Details der Muster sind meinen Stickprojekten zu sehen. Die Träger und der vordere Saum sind mit Brettchengeweben aus Seide versehen, deren Muster nachgestickt wurde (Abb. 11).




 

Abb. 11: Oberer Teil der Schürze - mit bestickten Brettchengeweben

 

Als Schmuck trage ich zwei bronzene Fibeln im Borrestil mit Greifftiermotiv (Abb. 12), entsprechend des Grabes 504, Birka (Original hier) .




 

Abb. 12: Fibelrepliken in Bronze, Borrestil

 

Zwischen den Fibeln trage ich zwei Reihen mit Glasperlen aus der Mälarenregion (Abb. 13). Die grün-dominierte Reihe entspricht einem Grabfund aus Säva, Uppland.




 

Abb. 13: Perlengehänge mit Glasperlen aus der Mälarenregion

 

Außerdem trage ich eine Kette mit Silberfolienperlen, eine Replik des Birka-Grab 843A (Abb. 14).




 

Abb. 14: Glasperlenrepliken zur Halskette aus Birka Grab 648a

 

Die Gürtelschnalle meines Gürtel ist eine Replik aus Grab 456 (Abb. 15) (Original hier) . In diesem Grab wurden außerdem vier amethystfarbige Glasperlen sowie zwei runde Karneolperlen gefunden, was mich zu der Zusammenstellung meiner zweiten Halskette inspirierte (Abb. 16). Sie entspricht in der Auswahl der Bergkristall- und Karneol-Perlen Funden aus Birka und Tuna.




 

Abb. 15: Replik einer Gürtelschnalle aus Birka Grab 456

 

Abb. 16: Kette mit Karneol-, Bergkristall- und Glasperlen




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