Sie sind hier: Handwerk Brettchenweben  
 BRETTCHENWEBEN
Geschichte der Brettchenweberei
Die Wahrheit über Ägyptische Diagonalen
Brettchengewebe als Borte
Verwendung
Projekte
 HANDWERK
Brettchenweben
Handspinnen
Sticken
Glasperlen

BRETTCHENWEBEN

Jetzt dreht sie auch noch durch!

Ja, ich dreh eigentlich fast täglich durch. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht meine Webbrettchen drehe oder einrichte.

Mit dem Brettchenweben habe ich bereits in meiner ersten Saison 2000 angefangen. Auf einem Bastelnachmittag unserer Gruppe zeigte mir unsere Lagermama das Prinzip. Sie webte gerade an einer Wolfskopfborte. Sie nannte mir ein Buch zur Selbstanleitung und ich trabte gleich darauf los und bestellte es. Zu dem damaligen Zeitpunkt arbeitete ich aushilfsweise auf einer Tankstelle. Ich spannte also gleich mein erstes Band ein, aber dann hatte ich Dienst. Also nahm ich das eingespannte Stück kurzerhand mit und webte hinter dem Tresen zwischen Zigaretten und Kaugummis mein erstes Band. So mancher Kunde hat sich doch sehr gewundert.

Jetzt war’s passiert. Ich hatte mir den Brettchenweber-Virus einfangen. Der ist genauso schlimm wie der Mittelalter-Virus – ansteckend und unheilbar. Bei mir wurde das Brettchenweben mein Handwerk und kein „Unterhobby“ des Mittelalter-Reenactments. Ich mache es, wie gesagt, fast jeden Tag und bin ständig am Musterentwerfen, Wolle kaufen, Leinen bestellen und eben Brettchendrehen.

Nachdem das mit dem ersten Band so toll geklappt hatte, war schnell das zweite gewebt. Das dritte webte ich bereits mit Schurwolle. Es wurde mein Gürtel, der mich bis 2005 begleitete. Ich trug ihn beim Hausieren auf Freienfels. Eine junge Dame konnte sich für keins meiner Stücke im Korb begeistern, jedoch für das Gewebe, welches ich trug. Ich beharte zwar darauf, dass dieser Gürtel unverkäuflich sei. Aber sie machte mir ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte. Am Ende war ich dann doch käuflich und stand kurzerhand ohne Gürtel da. Für eine Brettchenweberin mit einem Korb voller Gewebe wohl eher ein kleineres Problem.




 

Brettchenweben ist bei mir kein Handwerk, dass ich nur zuhause in der stillen Kammer mache. Sehr oft sieht man mich auf einem Mittelalteralter-Markt unter einem Baum sitzen bzw. an einem Baum hängen – in einer „angespannten Situation“. Denn ich webe fast ausschließlich frei, also ohne Rahmen. Ich besitze zwar einen Tischwebrahmen, nutze ihn aber nur selten – wenn dann nur für Seidengewebe.

Wenn ich am Vorführen und Erklären bin, verschwinde ich oft hinter einer Menschentraube. Der Vorteil an einer solche „angespannten Situation“ ist, dass ich „Zimmerservice“ genieße. Da ich nicht weglaufen kann, muss man mich stets einer bedienen. So werde ich mit Getränken und Knabbereien versorgt. Sehr praktisch, wenn man „unter Spannung“ oder gerade „festhängt“ steht.




 

Vorführung von Brettchenweberei - Eine angespannte Situation

 

Vorführung von Brettchenweberei im Archeon, Pfingsten 2007




 

Ein Nebeneffekt der Brettchenweberei begleitet mich allerdings stets: Meine Webkiste ist immer voll von Borten und Gürteln. Ich webe so gern und probiere gerne neue Muster und Techniken aus. Dabei spanne ich mich quer durch Räume (s.u.)....

Aber was soll ich bloß mit dem ganzen Zeug? Es landet in meinem Korb. Und dann bei euch, an euren Tunikas, Schürzen, Taschen und um eure Taillen. So werden gleich mehrere Menschen glücklich: Ihr, weil ihr ein schönes Stück besitzt und ich, weil ich neues Material für noch mehr Gewebe kaufen kann!




 

Meine Webkiste - Angefüllt mit Geweben und Web-Utensilien

 

Beim Weben - Das Muster ist unten rechts zu sehen.




 

Also, wenn euch eines meiner Projekte gefällt oder ihr auf der Suche nach einer Borte eurer Vorstellung seid, schreib mir doch unter Kontakt eine Mail.

Ein bisschen Hintergrundlektüre findet ihr unter Geschichte der Brettchenweberei, die ich bereits 2002 für die Homepage meiner damaligen Gruppe schrieb.




 

Nach oben