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VERWENDUNG |
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Die Verwendung der Besonderen Art
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Die dieser Verwendung von Brettchengeweben handelt es sich wohl eher um einen Kompromis zwischen praktischer Anwendung und authentischer Verwendung. Mir persönlich ist kein Fund eines brettchengewebten Lautenbandes bekannt, aber Musicus Varus und Marquard vom Lindenbaum lieben sie: Lautenbänder aus Brettchengewebe. Schon seit geraumer Zeit webe ich für diese Spielleute. Mein neustes Projekt war ein Doubleface-Gewebe. Marquard hat dies nun in Empfang genommen und gleich für mich Bilder gemacht.
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 | Marquard, Arnulf und Musicus Varus von Duivelspack |  |
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Verwendung im Mittelalter-Reenactment
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Brettchengewebe sind sehr beliebte Accessoires im Mittelalter-Reenactment. Die meisten findet man wohl bei Wikinger-Darstellern, da hier die Fundlage von Bändern besser ist. Hochmittelalterliche Brettchenweberei findet man eher im klerikalen Bereich. Beispiele von hochmittelalterlichen Gewebe-Funden findet ihr bei der Geschichte der Brettchenweberei. Brettchengewebe zeichnen sich durch ihre extreme Stabilität und Zugfestigkeit aus. Dabei sind sie meist herrlich bunt und wunderschön gemustert. Auch komplexere Muster lassen sich verhältnismäßig einfach umsetzen, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist, weshalb sie in fast allen Bereichen der Reenacter-Ausrüstung eingesetzt werden.
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Verzierung einer Schwertscheide: Hier wurde eine Schwertscheide mit einem Gewebe verziert. Das Schwert ist angelehnt an das fränkische Fürstengrab von Krefeld Gellep, datiert auf das erste Dritte des 6. Jh. n. Chr. Der Griff ist aus Holz und Horn und mit echten Almandineinlagen. Eine Umwicklung der Schwertscheide kennt man auch aus anderen Gräbern der Alamannen, z.B. mit Bastumwickelung. Beeinflusst ist das Schwert auch vom berühmten Grab von Sutton Hoo. Das Brettchengewebe wurde neben dem zierenden Element dafür verwendet, um den Holzsteg für den Riemendurchzug zu stabilisieren. Für die Verwendung von Brettchengeweben zu diesem Zwecke gibt es leider keinen direkten Nachweis (Text von Michael Ciesler).
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Borten: Die meisten Brettchengewebe werden heute im Reenactment wohl als Borten zur Verzierung der Gewänder getragen. Bei den Wikingern sind Borten sowohl beim weiblichen als auch männlichen Geschlecht sehr beliebt. Verziert wird fast jede Stoffkante: Ärmel, Säume, Hausschnitt, Mantelschöße, Schürzenträger, Mützen und vieles mehr. Wie ihr am Besten eure Borten aufnäht und wascht, könnt ihr hier nachlesen.
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Beinwickel: Um Rus-Hosen zu wickeln oder breite Wadenwickelbänder zu fixieren, eignen sich brettchengewebte Bänder ideal, da sie weich und trotzdem stabil sind. Als Beispiel seht ihr hier einen stolzen Wikinger mit brettchengewebten Beinwickeln mit doppeltem Thorshammer-Muster in Schurwolle mit Seidenanteil.
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Gürtel: Sowohl bei Frühmis und Homis sind Brettchengewebe als Gürtel in der Damenwelt sehr beliebt. Trägt eine einfache Magd einen gröberen Schurwollgürtel, so findet man bei der hochmittelalterlichen Hofdame schon mal ein Exemplar aus Seide mit Metall-Beschlägen. Beschlagene Gewebe sollte man übrigens – je nach Festigkeit des Gewebes – mit Leder gegenfüttern, da sonst die Nieten nicht optimal halten und leicht ausreißen können.
Weiteres: Hervorragend eigenen sich Brettchengewebe auch als Trageriemen aller Art, z.B. Kiepenriemen, Taschenhenkel, Lautenbänder etc. Ansonsten kann man die Gewebe überall dort einsetzen, wo Reißfestigkeit gefordert ist. Es sollen sogar schon Zeltabspannungen aus Brettchengeweben gesehen worden sein.
In der nachfolgenden Galerie seht ihr Beispiel von Mittelalter-Reenactern und ihren von mir gefertigten Brettchengeweben.
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Galerie
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Verwendungen im modernen Alltag
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In unseren Breiten werden heute Brettchengewebe vornehmlich zu Dekorationszwecken und als Accessoire gebraucht. Borten aller Art, Material und Farbe sind beliebt: Auf Kissen, Tischdecken, selten jedoch auf Kleidung. Jedoch kann eine weiße Bluse durch eine schicke Borte am Ausschnitt zum feschen Hingucker werden. Gürtel können je nach Material zu fast jeder Gelegenheit zu jeder Hose ein schickes Accessoire bilden. Ein fester breiter Baumwollgürtel kann z.B. zu Jeans getragen werden. Einzelstücke eignen sich gut als Tischbänder, Gitarrenbänder, Wandbehänge, Klingelzüge, Gardinenbänder etc.
Doch auch ganz praktische Dinge kann man mittels Brettchengeweben zu etwas Besonderen machen: Trageriemen an einem Stoffrucksack, Handtaschen aus zusammengesetzten Bändern, Pferdegeschirr, Hundeleinen und –halsbänder, Freundschaftsbänder, Lesezeichen. Und in der Not kann man mit einem brettchengewebten Band auch ein Auto abschleppen (Gilt übrigens auch für Reenacter: Wenn euer Auto aus dem Schlamm gezogen werden muss und ihr kein Abschleppseil zur Hand habt, nehmt einfach ein Brettchengewebe)!
In der nachfolgenden Galerie seht ihr Beispiele moderner Verwendungen von mir gefertigten Brettchengeweben.
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