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 BRETTCHENWEBEN
Geschichte der Brettchenweberei
Die Wahrheit über Ägyptische Diagonalen
Brettchengewebe als Borte
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DAS FRÜHE MITTELALTER
 

Für die Zeit des Frühen Mittelalters wurden viele Brettchen und Brettchengewebe datiert. Hölzerne Brettchen würden z. B in Ägypten gefunden. Sie werden dem 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. zugeordnet (Abb. 4). Sehr bekannt sind die Prachtmäntel aus dem Vehnemoor und aus Thorsberg (Abb. 5). Diese Prachtmäntel haben Borten, die mit 178 Brettchen gewebt wurden. Sie wurden direkt mit dem Stoff verwoben. Eine Rekonstruktion eines entsprechenden Webstuhls ist auf Abb. 6 zu sehen.




 

Abb. 4: Hölzener Brettchen aus Ägypten mit deutlichen Gebrauchsspuren (4. - 5. Jh. n. Chr.)




 

Abb. 5: Reproduktion: Thorsberger Prachtmantel 




 

Abb. 6: Rekonstruktion eines Gewichtswebstuhls 




 

Ebenfalls bekannt sind die Winkinger-Funde (800-975 n. Chr.) aus dem schwedischen Birka. Hier wurden zarte Seidenbänder in Brokattechnik gefunden. Die Abbildung 7 zeigt ein Muster in Schnurbindung - nachgewebt von Guido Gehlhaar, Abb. 8 dasselbe Muster als Broschierung.




 

Abb. 7: Reproduktion des sog. Birka-Musters Schnurbindung, © Guido Gehlhaar




 

Abb. 8: Reproduktion des sog. Birka-Musters Brokattechnik, © Peter Collingwood




 

In Oseberg in Norwegen wurde ein komplettes Webgerät mit 52 Brettchen gefunden (Abb. 9). Es wurde zusammen mit brettchenwebten, broschierten Bändern im Schiffsgrab der Köngin von Asa entdeckt und auf 850 n. Chr. datiert.




 

Abb. 9: Webgerät aus dem Schiffsfund der Königin in Norwegen (850 n. Chr.)




 

Aus der Übergangszeit zum Hochmittelalter sind u.a. viele klerikale Bänder bekannt, die in Kirchenschätzen und Gräbern Deutschlands und Skandinaviens entdeckt wurden. Funde von broschierten Bändern, die dem 9. und 10. Jahrhundert zugeordnet werden, gibt es in Augsburg, Speyer und Mammen (Dänemark). Weitere Funde sind auch aus England (Durham) bekannt.




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