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 BRETTCHENWEBEN
Geschichte der Brettchenweberei
Die Wahrheit über Ägyptische Diagonalen
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DAS NEUES JAHRTAUSEND
 

An der Schwelle des neuen Jahrtausends steht die Brettchenweberei zwischen moderner Kunst, Replikaten und Reeanactment.

In der heutigen Zeit ist "Das Spiel der Karten" vor allem durch seine vielfältigen Varianten geprägt. Verschiedene Techniken, Materialien und Webrahmen (Abb.19 und Abb.20) haben Einzug in die Brettchenweberei gehalten. Verwebt werden heute alle möglichen Kunstfasern, Seide, Schurwolle, Baumwolle und Leinengarn, aber auch z.B. Draht. Die Brettchen sind heute vornehmlich aus dünner Pappe - oder selbstgebastelt aus Spielkarten (Abb. 21).




 

Abb. 19: Tischwebrahmen: "Inkle Loom" von Ashford 




 

Abb. 21: Webbrettchen aus Spielkarten mit deutlichen Gebrauchsspuren




 

Im Folgenden sollen einige Beispiel moderner Brettchenweberei vorgestellt werden:




 

Abb. 22: Drei Bänder in Schnurbindung (Strumpfgarn, Baumwolle) © Christin Barthelmie




 

Abb. 23: Band in Schnurbindung mit Perlen (Häkelgarn Nr. 10, Baumwolle) © Christin Barthelmie




 

Abb.24: Zwei Bänder mit unterschiedlichen Material © Christin Barthelmie




 

Abb. 25: Musterbildung mit Brettchengruppen © Christin Barthelmie




 




 

Abb. 26: Band in Missing-Hole-Technik mit buntem Rand (Baumwolle) © Christin Barthelmie




 

Abb. 27: Bänder mit "Ägyptischen Diagonalen" (Seide) © Christin Barthelmie




 

Abb. 28a: Geometrische Muster, Doubleface Vorderseite (Häkelgarn Nr. 10, Baumwolle) © Christin Barthelmie




 

Abb. 28b: Geometrische Muster, Doubleface Rückseite (Häkelgarn Nr. 10, Baumwolle) © Christin Barthelmie




 

Neben dem Experimentieren mit Mustern, Materialien und Techniken versuchen viele Brettchenweber historische Bänder nachzuempfinden. Ein beeindruckendes Beispiel ist sicher die Replik der Manipel von St. Ulrich (Augsburg), die von Heidi Stolte gewebt wurde. Abb. 29 und 30 zeigen dieses aufwendiges Werk mit Goldbroschierungen in Köperstruktur und Double-Face in der Ausstellung "Europas Mitte um 1000".




 

Abb. 29: Replik der Manipel von St. Ulrich © Silvia Ungerechts




 

Abb. 30: Unfertige Manipel mit nebenstehender Musteranleitung © Silvia Ungerechts




 

All diese Beispiele zeigen, dass die Faszination Brettchenweberei nicht nur durch die Schönheit ihrer Produkte gekennzeichnet ist, sondern durch den Gegensatz einer modernen Kunstform und den Rückblick auf das Können der Weber vergangener Jahrhunderte - ja Jahrtausende.




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