Sie sind hier: Handwerk Sticken  
 STICKEN
Projekte
 HANDWERK
Brettchenweben
Handspinnen
Sticken
Glasperlen

STICKEN

Und dann auch noch Sticken!

Tja, das mit dem Sticken ist schon so ein Ding. Jedenfalls wie dazu gekommen bin. Als ich Mitte 2005 an der 1200-Jahre-Feier in Leihgestern mit meinem Stand teilnahm, hatte ich zwei Krugdeckchen gemacht und schön bestickt, für meinen Krug und meinen Becher.




 

An Weihnachten im selben Jahr machte ich mit einer Gruppe auf einem Dorf-Weihnachtsmarkt mit. Dieser war nicht mittelalterlich oder so. Doch unser Plätzchenverkauf stand unter eben jenem Motto. Wir buken also Plätzchen und Kletzenbrot nach historischen Rezepten. Simone hatte sogar ein Backbuch aus dem 18. Jahrhundert aufgetrieben und ich steuerte einiges aus bekannten Mittelalter-Kochbüchern bei. Meine Gewandungen und ein paar weiter geliehene Stücke verliehen uns ein passendes Aussehen. Außerdem wollten wir unseren Kunden gern die Plätzchen zum Probieren anbieten. Dabei ergab sich aber ein Problem. Die Schüsselchen mussten laut Gesundheitsamt abgedeckt werden. Und das sollte ja schön aussehen, aber wegfliegen durfte es auch nicht. Da hatte ich schon eine mögliche Lösung im Petto: Meine Krugdeckchen!
Also setzte ich mich hin und machte fünf weitere Deckchen mit Holzkugeln als Beschwerung.




 
 

Nach der Aktion bekam ich alle Deckchen zurück und bestickte sie weiter. Dabei merkte ich erst, wie großen Spaß mir das Sticken an sich macht. Stickstiche habe ich mir an Hand meines geliebten „Werkbuch für Mädchen“ von Zechlin (1952) beigebracht. Das Buch mag alt sein, aber sehr anschaulich, so dass ich viel Spaß am Ausprobieren der verschiedenen Stiche hatte. Auch hatte ich schon seit Jahren ein Vorlagen-Buch mit rund 1000 Motiven im Schrank stehen, welches nun endlich zum Einsatz kam.




 
 


Aber was sollte ich bloß mit sieben Deckchen? So viele Krüge habe ich nun auch nicht gleichzeitig im Einsatz. Oder sollte ich für jeden Tag der Woche oder jeden Markt ein anderes nehmen? Ich nahm meine Deckchen für den „Hausbrauch“ mit nach Freienfels. Als ich gerade am Frühstücken war, kam einer an meinem kleinen Zelt vorbei und fragte, was ich für das Deckchen auf meinem Krug nehmen würde. Ich meinte, eigentlich sei das nicht zum Verkaufen. Aber wer meine kleine Geschichte über die Brettchenweberei und mich gelesen hat, weiß, dass ich käuflich bin. So machte mir auch dieser jemand, der mir ein Angebot machte, was ich nicht ablehnen konnte.

Also bestickte ich nun Krugdeckchen vorzugsweise aus Leinen oder Wollstoff, versehen mit Glas- und Holzperlen und bunten Bommeln. Zum Sticken dient mir Leinen- oder Seidengarn, manchmal auch feiner Wollzwirn. Eine Auswahl verschiedene Deckchen mit Stickmotiven aus allen Jahrhunderten findet ihr hier.

Außerdem ist es ganz gut, wenn man Sticken kann und eine Vielzahl an Stichen beherrscht. So kann man z.B. seine eigenen Gewandungen verzieren. Die Schürze habe ich in ca. 160 Stunden gestickt. Mit Handnähen, Füttern und brettchengewebten Borten komme ich bei diesem Projekt auf etwa 200 Arbeitsstunden. Und dieses Stück ist wirklich unverkäuflich! Obwohl…




 

Nach oben