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NAPIER |
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Die Stadt des Art Déco
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Napier liegt an der Hawke Bay, an der Ostküste der Nordinsel. In dieser Bucht tummeln sich Blaufußtöpel, deren Kolonien man besuchen kann. Im Westen der Stadt beginnen die Heretaunga Plains. Mit rund 56.000 Einwohnern würde sie in Deutschland unter die mittleren Städte fallen. In Neuseeland liegt sie damit aber auf Platz 14.
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Auch Napier reiht sich in Liga der Schauplätze bedeutender neuseeländischer Naturkatastrophen ein. Doch während bei einer solchen in Rotorua Schönheit vernichtet wurde, so liegt der Fall hier umgekehrt. Nach dem Erdbeben von 1931 wurde hier etwas Schönes geschaffen: Die Stadt des Art Décos.
Am 3. Februar 1931 kam es in den Städten Napier und Hastings zu zwei schweren Erdstößen. Das anschließende Großfeuer vernichtete die Städte und kostet über 150 Menschen das Leben. Die Holzhäuser waren leichter Raub für die Flammen. Doch diese Katastrophe sollte nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang sein. Architekturstudenten und Arbeiter wurden aus dem ganzen Land nach Napier gebracht. Der Wiederaufbau erfolgte komplett im Art Déco-Stil. Die typischen Pastellfarben der Fassaden entstanden aus der Not, weil die wenige Farbe mit Wasser verdünnt werden musste. In den 60er und 70er Jahren verkleidete man viele der schönen Fassaden mit Stahlplatten, da man sich die Instandhaltung nicht leisten konnte. Erst in den 90er Jahren gründet sich eine Stiftung zum Erhalt der Stadt im 30er-Jahre-Stil. Dieser sorgte dafür, dass die Fassaden liebvoll restauriert und die Innenstadt vom Durchgangsverkehr befreit wurde. Außerdem richtet er ein- bis zweimal im Jahr ein Festival aus, bei dem die ganze Stadt in historischen Kostümen der 30er-Jahre auf den Beinen ist. Wie damals unter dem Motto: „Lasst uns eine neue Epoche beginnen.“
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Napier ist mal wieder so eine Station, an die ich nur wenige Erinnerungen habe. Ich habe zwar den Historical Walk gemacht und alle Häuser fotografiert, ich habe das Aquarium besucht und die kleinste Pinguin-Art der Welt gesehen, aber etwas Besonders wie eine spektakuläre Besichtungstour habe ich nicht unternommen. Viel mehr gibt es nur eine Sache, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat.
Ich kam abends an und musste zu meinem Hostel ziemlich weit laufen. Es lag an der Küstenstraße. Von einer Strandpromenade zu sprechen, wäre übertrieben, denn man kann in Napier nicht wirklich von Strand sprechen. Er besteht nämlich aus großen Kieseln und ist zum Baden nicht geeignet. Schon die ganze Reise über spukte mir eine Frage im Kopf rum: Was bring ich nur Théo mit? Théo war damals eine gute Freundin von mir, die ich leider aus den Augen verloren habe. Sie wollte nichts Teures, auch nichts Spektakuläres, sondern was Persönliches und natürlich Neuseeländisches. Im Hostel kam mir die rettende Idee, als ich in meinem 6-Bett-Zimmer die Fensterbank sah. Hier lagen Dutzende von Kieseln, bunt bemalt und mit Namen der Backpackern versehen. Das war’s! Ich ging also an meinem Ankunftsabend zum „Strand“ und sammelte Kiesel. Gleich der erste war der für Théo. Auch für meine Oma und andere Bekannte sammelte ich welche. Außerdem war es tolles Gefühl bei stürmischem Wind die großen Kiesel unter meinen nackten Füßen zu spüren. Es ist also viel mehr das Gefühl an meinen Fußsohlen, was ich mit Napier verbinde, als dessen beeindruckende Architektur.
Viel mehr gibt es deshalb über Napier nicht zu berichten. Einen Eindruck über die Schönheit der Stadt mit seinen Art Deco-Fassaden bekommt ihr in der Napier-Galerie.
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Rotorua | Wellington
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