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TAG 2: TE ANAU UND MILFORD SOUND
 

Eigentlich liegt Milford Sound auf fast derselben Höhe wie Queenstown. Trotzdem ist es ein Tagestrip, um dort hinzukommen und wiederzurück. Die Fahrt über Te Anau dauert ca. 4 Stunden. Denn leider liegt eine mächtige Gebirgskette zwischen dem Fjord und Queenstown.




 
 

Und so begann die Fahrt frühmorgens erst mal damit die Teilnehmer des Tripps aus ihren Unterkünften abzuholen. Deutsche waren keine dabei. Dafür aber zwei total nette Mädels aus Singapur, insgesamt waren wir mit S., J. und mir acht Leute. Eine kleine gemütliche Truppe. Nachdem alle Gäste zugestiegen waren, ging es los auf die Landstraße nach Te Anau, zunächst entlang am Lake Wakatipu, eine abenteuerliche Fahrt auf einer schmalen Straße über dem See, wo man jeden Moment denkt, man fällt hinein, wenn man einem LKW ausweichen muss.




Te Anau

Te Anau ist ein 3.000 Seelen Kaff, dass das Tor zur Fjordland bildet. Bestimmt wird das Leben durch Busse mit Touristen, die zum Milford Sound fahren, oder zur den Tracks aufbrechen, oder auf dem Lake eine Bootsfahrt zu den Höhlen unternehmen. Es gibt Cafés, Kinos, Restaurants, Hotel und Souvenir-Shops. Wir haben hier Frühstückspause gemacht. Noch zwei Stunden noch abenteuerlichere Fahrt lagen vor uns. Doch vorher haben wir noch den kleinen Vogelpark besucht.




 

Birdlife Park von Te Anau Ein Takahe, in freier Wildbahn fast ausgestorben

 

Hier leben die "Lesbian Paradise Duck". Ein Entenpärchen, das leider falsch geprägt wurde. Diese beiden leben wie normale Paradise Ducks zusammen, paaren sich regelmäßig und wundern sich, warum sie niemals ein befurchtetes Ei legen. Es sind halt zwei Weibchen. Außerdem konnten wir Takahes und Pukekos bestaunen.




Zwei Stunden Abenteuerfahrt

Das eigentlich tolle an der Fahrt zum Milford Sound ist die Fahrt selber. Denn die Straße durch Fjordland ist schmal und es geht zunächst durch Täler, vorbei an spektulären Stopps, über Brücken und dann rauf bis an den höchsten Punkt ins Gebirge.

Wir haben so viele Stopps gemacht, die kann ich alle gar nicht beschreiben. Dafür habe ich viele Bilder geschossen. Die sind in der Galerie. Wenn ihr euch da durchklickt, bekommt ihr einen guten Eindruck von diese "Reise".




 

Oben auf dem höchsten Punkt geht's in den Homer Tunnel. Hier oben lag noch Schnee. Die beiden Mädels aus Singapur haben sich spontan für eine Schneeballschlacht entschieden, war es doch für sie das erste Mal im Leben, dass sie überhaupt Schnee gesehen haben. Hier oben gab es auch Keas, die uns bereits erwarteten. Diese klugen Bergpapageien wissen genau, wann ein Bus kommt und wann sie mit Touristen Schabanack treiben können.




 

Der Homer Tunnel

Der Homer Tunnel ist wohl gefährlichste Tunnel der Welt. Diese dunkle Loch ist nur einspurig zu befahren. Seit ca. 5 Jahren gibt es eine Ampel, die das regeln soll, aber es hält sich niemand dran. Denn es passen eigentlich zwei Autos nebeneinander, aber die doppelstöckigen Reisebusse können nur der Mitte fahren.




 
 

Beleuchtet ist der Tunnel auch erst seit dieser Zeit. Notausgänge oder ähnliches gibt es nicht. Außerdem ist der Tunnel abschüssig. Das abfließende Tauwasser gefriert gern im Tunnel, was diesen zur einer Bobbahn macht. Direkt am Tunnelausgang geht es scharf in eine Rechtskurve, welche den Beginn einer höllischen Serpentinenstraße runter zum Sound bildet. Jährlich verunglücken hier viele Autofahrer, die zu schnell auf dem Tunnel kommen. Auch kommt es immer wieder vor, dass Teile der Straße durch die heftigen Regenfälle einfach weggespüt werden und der Milford Sound tagelang vom Touristenverkehr abgeschnitten ist.




The Chasm - Echter Regenwald

Wir sind jedenfalls heil unten angekommen. Im Regenwald. Ein letzter Zwischenstopp zeigte uns, warum es sich hierbei um Regenwald handelte. The Chasm ist ein kleiner Track, der durch einen richtigen Urwald führt. Hier hat sich ein Fluss Bahnen in den Fels geschmirgelt, die wirklich sehenswert sind. Wenn man diesen Track genießen will, muss man allerdings den richtigen Zeitpunkt abpassen. Wenn gerade ein Doppeldecker mit Japaner angekommen ist, sollte man besser noch 10 min warten. Wir mit unseren sieben Leutchen hatten den Weg für uns allein. Erst auf dem Rückweg kamen uns die versprochenen Japaner entgegen, vor denen uns J. gewarnt hatte.




 

Milford Sound

Nach nochmals ca. 15 Minunten Fahrt kamen wir aber endlich am Milford Sound an. Das Dorf gibt nicht viel her. Eine Unterkunft, ein Campingplatz, ein riesiger Busparkplatz und eine Halle, die eine Abflughalle eines internationalen Flughafen erinnert. In der Halle befinden sich die Schalter für die Ausflugstouren per Schiff/Boot. J. besorgte uns die Karte und wir traten hinter der Halle hinaus an die Piers. Direkt vor uns ragten die größten Boote auf, die bis zu 350 Touristen fassen, 3-4stöckig und so hoch wie ein Mehrfamilienhaus. Unser Boot, die "Mitre Peak", lag am allerletzten Anlegeplatz und fasste gerade mal 40 Personen. Es gab oben keine Aussichtsplatform, aber weil das Boot so klein war, konnte man auch von innen überall wunderbar hinaussehen. Leider fing es dann doch an zu regnen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Für einen Sonnentag sollte man Wartezeit mitbringen, manchmal auch zwei Wochen.

Der Vorteil ein solch kleinen Boots wurde sofort klar. Es schaukelt so schön. Und man kam bis an die Felsen ran. Für mich, der noch nie einen Fjord gesehen hat, war das ein toller Tripp, Norwegenbesucher hätten sich wohl gelangweilt. Mit seinen 15 km ist er aber immerhin Weltkulturerbe der UNESCO.




 

Überall stürzen sich kleine bis gewaltige Wasserfälle mit Süßwasser von den Bergen ins Meer. Deshalb habe ich auch so viele Wasserfälle fotografiert. An einen fuhr uns das Boot ganz dicht ran und sammelte in einem Eimer das Wasser. Diese wurde an uns Gäste ausgeschenkt. Außerdem fuhr das Boot zweimal ganz dicht an Felsen heran, wo Sea Lions (Seelöwen) dösten. Als Hightlight des Tripps ging's hinaus ins Sauwetter der Tasmanischen See. Hier auf dem offenen Meer tobte ein ziemlicher Sturm, da es mittlerweile stark regnete. Daher waren auch leider nicht die Gipfel der Felswände des Fjords zu sehen und ich habe nur Wolken und Nebel fotografiert, was ihr in der Galerie bewundern könnt.




 

Ein Seelöwe ruht sich aus

 

Nach der Ankunft in der großen Halle ging es auch gleich zurück in den Bus. Zwar machten wir auf dem Rückweg noch einen kurzen Zwischenstopp an einem großen Lupinenfeld, welches uns eigentlich mit seinen Blau-, Rosa- und Violetttönen beeindrucken sollte, aber es regnete so stark, dass keiner mehr groß Lust hatte, den Bus zu verlassen.




 

Lupinen im Regen an der Straße zum Milford Sound

 

In Te Anau hatten wir die Möglichkeit zu Abend zu essen, die wir aber geschlossen ausschlugen. J. bestellte uns Sandwiches, während wir in ein kleines Kino gingen, wo wir als krönenden Abschluss einen Kurzfilm zu Fjordland sahen. Dieser war von einem Filmteam von der Herr der Ringe-Crew gedreht worden, vornehmlich mit spektakulären Helikopteraufnahmen. Sehr imposant. Im Bus gab es dann die Sandwiches, die uns für die lange Rückfahrt stärkten.

Insgesamt ein sehr langer Tripp. Ich hatte großes Glück, dass er mich keine $150 gekostet hatte, was mein Urlaubsbudget strapaziert hätte. Der Sound an sich war gar nicht so toll, aber die Straße dahin und die Zwischenstopps dabei fand ich das Beste!




 

Viele Bilder von dem Tripp gibt's in der Galerie!

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